Knödelzeit! Dank des wunderbaren "Asian Dumplings" von Andrea Nguyen habe ich nach einigen eigenen trial and error Experimenten den idealen Teig für gedämpfte sowie erst gebratene, dann gedämpfte asiatische Hefeknödel entdeckt. Ob mit Füllung oder ohne, das Teig-Grundrezept ist grandios. Einfache gedämpfte Brötchen kann man durch jiucai (chinesischen Schnittlauch / Schnittknoblauch) oder Frühlingszwiebelringe im Teig aufpeppen. Für Bao, Baozi, Mantou, Nikuman, Bánh bao, Siopao, Salapao und wie die regionalen Varianten alle heißen, ist der Teig wunderbar geeignet. Er ist sehr geschmeidig, gut zu formen und mit etwas Mehl wunderbar zu verarbeiten. Durch die Zugabe von sowohl Hefe als auch Backpulver wird der Teig besonders aromatisch, fluffig und bleibt dabei sehr zart.
Zum Ausrollen der Teigfladen kann ich ein asiatisches Nudelholz wärmstens empfehlen, unsere mitteleuropäische Variante ist eindeutig zu schwer und zu unhandlich für diese relativ kleinen Teile!
Als Füllung eignet sich alles, was beim Garen nicht zu sehr Flüssigkeit verliert. "Suppendes" Gemüse am besten vorher kurz blanchieren oder pfannenrühren oder mit Semmelbrösel in der Füllung gegensteuern. Hackfleisch kann sowohl roh als auch angebraten verwendet werden, es eignen sich jedoch auch klein geschnittene Bratenreste oder ähnliches. Hier ist mein erster verblogter Baozi-Versuch. Auch die Füllungen für Potstickers machen sich gut: Zitrone-Rind, Karotte-Zucchini-Rind.
Die nächsten Tage gibts die Baozi dann als Potstickers (erst gebraten, dann gedämpft) mit Schweinefleisch-Jiucai-Sesamöl-Füllung!
"Soufflé à la Pomme de Terre". Wer "Le Grand Restaurant", in Deutschland bekannt unter "Das große Restaurant" bzw. "Scharfe Kurven für Madame" (wer mir diesen Titel erklären kann, nur zu) kennt, wird bei diesen Worten schon das Grinsen anfangen, falls er einen einigermaßen de Funès kompatiblen Humor besitzt und den Film kennt.
Louis de Funès spielt Septime, den Chef des gleichnamigen Pariser Restaurants. Septime unterzieht Personal und Küche seines Restaurants gerne mal einem Qualitätscheck, wofür er sich in latent lächerliche Verkleidung wirft und im eigenen Restaurant Gast spielt. Schon allein diese Maskerade führt zu einigen durchaus amüsanten Szenen. Später kommt noch während des Essens im Restaurant, bei der "bombe surprise", ein südamerikanischer Staatschef abhanden und das Chaos im Restaurant ist perfekt.
Alles in Allem ist "Le Grand Restaurant" ein solider, netter, lustiger de Funès Film. Es gibt jedoch eine Szene, die wirklich zum Schießen komisch ist. Septime rezitiert für den deutschen Herrn Müller die Zutatenliste des Soufflé à la Pomme de Terre. Grandios. Voyez vous-même!
Super! Es gibt Kartoffelauflauf! Nachdem sich Monsieur Septime nicht zu einer vernünftigen Arbeitsanweisung hat hinreißen lassen, greife ich auf einen anderen ollen Franzosen zurück, Henri-Paul Pellaprat. War Der Große Pellaprat in den späten 1960ern und 70ern noch ein Buch, das jeder aufstrebende Kochlehrling im Regal zu haben hatte, ist es heutzutage nur noch antiquarisch zu beziehen. Zwar wird wirklich alles von der Pike auf erläutert, in ihrer Üppigkeit sind die Rezepte aber schon fast nicht mehr vertretbar. Jeder Kardiologe fällt vermutlich allein beim Durchlesen der Zutaten schon in Ohnmacht. Aber wir leiden ja gerne für die Kunst. Auch die großen Prunkbüffets und die kunstvoll verzierten Gerichte (viele Farbtafeln! Mayonnaise im Spritzbeutel!) wirken etwas antiquiert. Immerhin kann ich jetzt Pilze so beschnitzen, dass sie aussehen wie kleine Versionen der Turmdächer der Basilius-Kathedrale in Moskau. Wenn ich zuviel Zeit hätte, könnte ich die verschiedenen Garnituren auswendig lernen. Wer weiß wohl noch, wie "à l'amiral" geht? Ich jedenfalls weiß jetzt, dass Kartoffelauflauf à la Pellaprat zwar ganz nett ist, ich aber das nächste Mal wieder einen ganz profanen Kartoffelbrei mache. Auch mit Muskatnuss, HÄRRR MÜLLÄÄÄÄR!
Aufwand: Minimal. - Wirkung: Grandios dank ganzheitlichem Ansatz unter Einsatz von Zucker und körperlicher Betätigung.
Für eine 18-19 cm Tarteform:
50 g Butter, geschmolzen
150 g Legendary Cookies (wahlweise auch dieses Industrieprodukt, Finger weg von Minze!)
200 g Magerquark
Milch zum Glattrühren (etwa soviel wie Quark)
200 g Beeren, frisch oder aufgetaut
flüssiges Süßungsmittel nach Bedarf (Agavendicksaft, Honig o.ä.)
Die Tarteform mit Frischhaltefolie auslegen. Wer das nicht tut, kratzt vor dem Genuss den Pie vom Boden ab, wie ich. Ist aber prima zum Abreagieren. Die Nerven und so.
Die Kekse in einen Kühlbeutel geben, diesen verschließen und mit einem Fleischklopfer oder Nudelholz zu relativ feinen Bröseln verarbeiten. Dabei ruhig ein bisschen die Welt verfluchen. Wieder gut zum Abreagieren.
Keksbrösel mit Butter zu Keksbröselmatsch verarbeiten, damit in der Tarteform einen Boden und die Wände formen und gut festdrücken, dann 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
Für die Creme einfach den Quark mit der Milch glattrühren (dabei bedenken, dass die Beeren noch etwas Flüssigkeit abgeben beim Verrühren). Beeren unterrühren, je mehr desto rot. Nach Bedarf süßen. Die Pie-Schale aus der Form entfernen und von der Frischhaltefolie befreien, mit der Creme bestreichen und bei nervösen Zuständen sofort mindestens die Hälfte des Pies verdrücken. Der Rest hält sich noch für die Belohnung für's Durchstehen am nächsten Tag.
Diese Cantuccini sind nicht nur "Essen für unterwegs", sie waren sogar "Essen unterwegs". Ein Kekshaufen geht auf Reisen. ;)
Die liebe Jana hat neulich ausgelesene Bücher unters Volk verteilt. Ich erspähte "Julie & Julia", das Buch der Bloggerin Julie über ein Jahr mit Julia ChildsRezepten. Das Buch war schon auf meiner "liest du, wenn du wieder Zeit hast zu lesen was du willst"-Liste und Janas Posting war die schöne Gelegenheit "Hier!" zu rufen. Jana war vom Buch nicht so begeistert, ich werde mir Ende nächster Woche anfangen ein Bild zu machen.
Im Austausch für das Buch bekamen Jana und ihre beiden Männer eine große Schachtel voller Cantuccini geschickt. Die mürben, bröseligen, doppelt gebackenen Kekse sind wirklich traumhaft lecker und halten sich lange. Die Kombination aus leicht karamellisierter weißer Schokolade, süßsauren Cranberries, Mohn und Mandeln geben ihnen einen leicht sommerlichen Touch. Amaretto geht immer. Mit winterlichen Gewürzen (Zimt, Anis, Kardamom) und ganzen Mandeln werden sie zu einem klasse Wintergebäck. Ich mag sie pur zum Knabbern zwischendurch und zu Kaffee oder Tee. Sie sind robust und machen keine pappigen Finger. Ideal für unterwegs oder den Postweg! ;)
Der großen Marmorkuchenwelle reite ich etwas hinterher. "Grosis Marmorkuchen", eine Entdeckung von Frau Deichrunner, geistert seit '08 durch die Blogs und wird einem immer wieder unter die Nase gerieben. Gesehen habe ich ihn bisher bei Brot und Rosen, dem Kochfrosch, Ruby, Zorra und Claudia von Dolce. (Kein Anspruch auf Vollständigkeit.)
Ich erinnere mich auch noch an die staubigtrockene Marmorkuchen meiner Kindheit und bin froh, endlich das perfekte Rezept gefunden zu haben. Ein wirkliches Familienrezept für Marmorkuchen haben wir nicht, bei uns gab es zu Feierlichkeiten oder Geburtstagen meistens eher den äußerst leckeren, saftigen, original 70er Jahre Hauswirtschafslehre Nusskuchen. Marmorkuchen war meist eher auswärts anzutreffen, ist für mich also kein wirkliches Kindheitsessen.
Beim ersten Nachbacken dieses Kuchens war die Kombination von Billig-Form und Backspray leider keine gute Idee. Der Kuchen präsentierte sich beim Lösen aus der Form in mehreren Teilen. Geschmeckt hat er zwar, aufgeregt hat's mich doch. Gerade weil der Kuchen von allen Vorbäckerinnen für prima befunden wurde. Ordentlich gebuttert und bemehlt (und ohne neumodisches Sprühzeugs) hat er sich dann auch aus der Billigform stressfrei und vor allem am Stück entfernen lassen.
Grosis Marmorgugelhopf: Uneingeschränkter Nachbackbefeh! Keine weiteren Experimente. Danke Eva fürs bekannt machen!
Wie sagte neulich jemand? "Gib den Foodbloggern ein Thema und in kürzester Zeit hast du ein ganzes Kochbuch voller Variationen." Heute gibts Käsekuchen via Stephvia Chaosqueen nach der "Sweet Dreams" Bäckerei. Und weil einfach nur Käsekuchen ja langweilig ist und ein Mürbteigboden so lange dauert und ich mir nicht mal eben 1 Kilo Magerquark für den ganzen Kuchen aus dem Ärmel schütteln kann, der dann eh wieder nicht aufgegessen wird, sind die Küchlein winzig und bodenlos.
Eine kleiner Früchtecoulis passt bestimmt gut dazu und liefert noch eine extra süßsäuerliche Note und was fürs Auge. Die Törtchen kann ich mir da sehr gut als Nachtisch vorstellen.
Bei akutem Käsekuchenbedürfnis brauchts aber auch nichts dazu. Ich habe Stephs Rezept gesechstelt und testweise 4 Ramequins damit befüllt. 3 Förmchen wären vermutlich besser, bei vieren sind die Küchlein recht klein und nach 2 Happen verschwunden. Prima auch als Snack für unterwegs. Und soooo schrecklich gesund mit viel ButterZucker Magerquark!
Diesen leckeren, saftigen Vanille-Rhabarber-Kuchen habe ich beim Rhabarber-Rezepte-Stöbern bei der Hedonistin gefunden. Rhabarbermus, wie im Originalrezept, gabs keins, der ganze Rhabarber ging für den Kuchen drauf. Lecker wars trotzdem.
Den Rhabarber habe ich aus Platzgründen schon am Vortag abgezogen, in Stücke geschnitten, und mit etwas Zucker in einer Schüssel über Nacht im Kühlschrank Wasser ziehen lassen. Den Saft habe ich etwas eingekocht und zusammen mit Puderzucker zu einem rhabarberigen Zuckerguss verarbeitet und den Kuchen damit bepinselt. Sehr lecker und extra rhabarberig!
Für meine Gugelhupfform habe ich das doppelte Rezept gemacht, dabei ist der Kuchen etwas kompakt geworden. Ich vermute, es liegt an dem wenigen Ei, das dann bei der größeren Teighöhe nicht mehr reicht um die Fluffigkeit zu erhalten. Nächstes Mal also gleiches Rezept und normale Springform.
Bei Einfach Guad gesehen, spontan dem sowieso schon latenten Bagelhunger nachgegeben und dieses schnelle Rezept ausprobiert. Geschmack und Konsistenz sind nett, das Aroma ist meiner Meinung nach bei länger gegangenen Bagels besser. Wenn einem morgens allerdings einfällt, dass man zum Mittag gerne Bagels hätte, ist diese Version prima.
Den Tipp mit dem Honig im Pochierwasser habe ich von einer Freundin. Ich habe welche mit und welche ohne Honig im Wasser pochiert und keinen wirklichen Unterschied feststellen können. Angeblich würde die Kruste schöner mit Honig.
Ich bin ein Schussel vor dem Herrn. Wirklich. Dabei ist meine Hand-Auge-Koordination eigentlich ganz in Ordnung. Hey, ich kann jonglieren! Nur manchmal oft sehe ich das Hindernis und bleibe mit den Händen trotzdem dran hängen und verschütte, kippe um, verbrenne mich, etc.
Eigentlich war also für das Wochenende eine strenge Kuchenabstinenz geplant. Und dann habe ich im Großhandel eine Packung Eier schwungvoll kopfüber in meinen Einkaufswagen geleert. Bilanz: vier verletzte, keine Toten, sechs Eier konnten unversehrt entkommen. Nachdem ich die vier Eier dann zwar mit Sprüngen, aber noch ungeöffnet nach Hause geschafft hatte, war klar: Die müssen heute noch weg. Zum Glück habe ich auch einen 5 Kilo Sack Möhren gekauft. Juhu, es gibt Karottenkuchen!
Zorra hat passenderweise gerade das Brunch zum Jubiläumsblogevent ausgerufen, da findet dieser relativ leichte Kuchen (mit Gemüse! gesund! Vitamine!) sicher auch sein Plätzchen. Wir essen ihn gerne zum Frühstück oder einem faulen Sonntagnachmittagsmittagessen /-kaffee. Das bisher leckerste Karottenkuchenrezept, das ich gefunden habe, ist dieses von The Pioneer Woman. Ich hatte schon einige andere Rezepte probiert, aber dieses besticht durch fluffige Saftigkeit, hat keine übermäßige Süße und ist wirklich schnell zusammengerührt. Der Zimt ist dabei nicht aufdringlich, sondern harmoniert wunderbar mit den Karotten. Auf keinen Fall weglassen!
Falls es etwas edler sein soll, kann man den Kuchen noch mit einem Frischkäse-Frosting überziehen, er wird dadurch allerdings deutlich süßer, für uns muss das nicht unbedingt sein. Unter der Kuchenglocke oder in Frischhaltefolie gewickelt hält sich der (ungefrostete) Carrot Cake einige Tage im Kühlschrank, da er nur mit Öl und ohne Butter zubereitet wird, bleibt er auch gekühlt weich und saftig. Bei Gelegenheit werde ich unser Karottenkuchen-Familienrezept vorstellen, das ist jedoch etwas ausgefallener und muss für mich unbedingt mit Guss und Marzipanmöhrchen als Deko sein, wie in den guten alten Zeiten. ;) Dieser amerikanische Karottenkuchen dagegen ist ein solider und leckerer Alltagskuchen.
Beim Durchstöbern der alten Blogevent-Themen ist mir gerade aufgefallen, dass ich bereits 2006 unter Pseudonym teilgenommen hatte, damals noch ohne eigene Domain und mit der ganzen Blog-Geschichte nicht so vertraut. Meine erste richtige Teilnahme war dann am Apple Day, die Ähnlichkeit zum diesmal bereits präsentierten Fenchel-Gurke-Mango-Salat mit dem Fenchensalat mit Apfel ist rein zufällig und nicht beabsichtigt. Das erste "richtige" monatliche Blogevent wäre die Bistro-Küche mit endives au jambon gewesen, wenn ich nicht den Abgabetermin um einen Tag verpasst hätte. So wars dann erst das 3-Jahres-Jubiläum mit dem Thema "cake". Die Erkenntnis: Ich muss mal wieder Chiffon Cake backen. Und bei Zorra, für die Organisation, Ausrichtung und Delegierung dieser schönen Blogeventreihe, sowie all den Gast-Ausrichtern, die leider oftmals nicht als solche wahrgenommen werden, herzlich "Dankeschön!" sagen. Dankeschön!
Soviel zum selbstgefassten Vorsatz mit den Kuchen etwas langsamer zu machen. Bei "japanisch" und "Dämpfen" war der Spieltrieb geweckt. Im Gegensatz zu "normalen" Muffins kommen die Mushi Pan in meiner Variante ohne Fett, ohne Milchprodukte / Laktose und vor allem ohne Backofen aus. Ideale Teilnehmer für das "ohne"-Blogevent bei 1x umrühren bitte!
Traditionell werden diese kleinen japanischen Muffin-Verwandten über Wasser gedämpft, bei Wagashi Maniac habe ich allerdings den Tipp mit der Mikrowelle gefunden, das musste ausprobiert werden. Was mich an dem Rezept von Amato gestört hat war der Frischkäse, den habe ich, wegen Laktoseintoleranz, grundsätzlich eher nicht im Haus, das Ausweichrezept von chabashira.de ist jedoch auch in der Mikrowelle halbwegs gelungen, ich habe Öl statt Butter verwendet. Saftig war trotzdem kein passendes Attribut für die erste Ladung Küchlein, etwas feuchtes oder fettiges hätte noch gut dazu gepasst. Ich empfehle zu diesem Zweck mal ungetestet Amatos Matcha-Buttercreme oder Erdnuss-Sesam-Creme bei Wagashi Maniac.
Versuch macht kluch und weiter ging die Suche nach Rezepten. "New in Nippon" brachte dann die Erleuchtung. Komplett ohne Fettzusatz (lediglich zwei Eier), mit Fruchteinlage und problemlos laktosefrei abwandelbar. Und das Ergebnis hat 100% überzeugt. Saftig, weich, lecker! Ideale Begleiter zum Frühstücks- oder Nachmittagstee oder als Einwohner einer Bento-Box. Nach dem Auskühlen in Frischhaltefolie gewickelt und kühl aber nicht im Kühlschrank aufbewahrt sind die kleinen Kuchen auch noch am nächsten Tag fluffig und saftig.
Auch die möglichen Füllungen haben meinen Spieltrieb geweckt: Mohn, Nüsse, Trockenfrüchte und alles was frühlingshafte Obstkörbe anbieten, wird im Geiste bereits auf Kombinierbarkeit und Genussfaktor untersucht. Die Lunchboxen der nächsten Wochen sind gesichert.
Als Formen bieten sich natürlich Silikon-Muffinförmchen an, kleine Soufflé- oder Mini-Ramequin-Förmchen funktionieren auch prima und sehen etwas edler aus. Nach dem Auskühlen lassen sich die Küchlein selbst aus ungefetteten Förmchen einfach lösen, Ängstliche benutzen Papier-Muffin-Förmchen.
Die Creme in diesem Keks ist grün. Weiße Creme ist lecker, grüne Creme ist böse. Wie war das mit dem Schweinfurter Grün? Auch ohne Arsen ist diese Minzpampe leider nicht mit Genuss essbar.
Gehört man natürlich zur Kekskäuferschicht, die gerne Kekscreme mit Zahnpastageschmack zwischen zwei Schokoladenkeksen hat, mag diese Sorte genießbar sein. Oder wenn man etwas für die Minzölindustrie tun möchte. Oder man findet Zähneputzen blöd, möchte sich aber gerne der Illusion von Mundhygiene hingeben.
Ich war ja der festen Überzeugung, dass dank einer frühkindlichen Prägung alles was Nabisco unter der Marke Oreos produziert, mich in neue Ebenen des Kekshimmels befördern würde, aber weit gefehlt. So lecker auch die "golden uh-oh with chocolate creme" (allein der Name!), quasi Oreos in invertiert, siehe unten, waren, so gräuslich sind die Minz-Oreos. (Auch vorsichtiges Abkratzen der Minzschicht brachte keine Besserung. Minzkontaminierte Kekse sind ein Fall für die Biotonne.) Und ich mag Peppermint Patties und After Eight. Aber "cool mint" Oreos ... Pfui.
Leider, wie das immer ist im Leben, sind die leckeren schon weg.
Angeregt durch PaulesZitronen-Mohn-Variationen gab es hier am Wochenende auch diese für mich bisher vollkommen unbekannte Geschmackskombination. Es war Liebe auf den ersten Biss!
Zuerst wollte ich den Zitronenkuchen nach Jamie Oliver backen, Mandeln hatte ich jedoch nicht im Haus, also wurde es ein freestyle-Rührkuchen nach Poundcake-Art, jedoch mit weniger Zucker, da der Kuchen nach dem Backen noch mit (sehr köstlichem) Zitronensirup getränkt wird. Dieser gibt übrigens, wenn man die Zitronenmenge noch etwas erhöht, einen wunderbaren Limonadengrundstoff.
Als Form hat eine 2 Liter Gugelhupfform (in den USA bekannt als Bundt pan) hergehalten. Das praktische an der Form ist, dass die Teigmenge recht variabel ist. Bei angepasster Backzeit kann man also problemlos mindestens das doppelte Rezept für diese Form herstellen, damit ist dann das Kaffeekränzchen versorgt. Für einen zwei-Personen-Haushalt, der 2-3 Tage ein paar Stücke Kuchen möchte, sollte das Rezept wunderbar ausreichen. Für das hier angegebene Rezept müsste, wenn man keine Gugelhupfform hat, auch eine 20-22 cm Springform passen. Gut verpackt wird der Kuchen dank des Sirups auch nach ein paar Tagen nicht trocken. Wer ganz sicher gehen möchte, macht noch einen zitronigen Zuckerguss auf den Kuchen. Für Zuckerschocks übernehme ich keine Haftung.
Eine erschöpfende Auswahl an englischsprachigen Bundt-Cake-Rezepten gibt es übrigens bei The Food Librarian, anlässlich des "National Bundt Cake Day" von letztem Jahr. Und den Pi-Day haben wir wieder knapp verpasst. ;)
Thursday Nexts Mutter hat praktisch immer einen Battenberg Kuchen irgendwo in der Wohnung herumstehen, zur Verköstigung der Hausgäste und der Familie. Ffordes Romane spielen in einer fiktiven Parallelwelt, in der Großbritannien immer noch mit Russland im Krimkrieg liegt, Wales eine eigene Republik ist und alles auf eine ungeheuer liebenswürdige Art irgendwie anders scheint. Längst ausgestorbene Tierarten wie Dodos, Beutelwölfe oder Mammuts werden geklont und bevölkern englische Wiesen (die Mammuts) und Wohnzimmer (die Dodos und Beutelwölfe). Man schippert gemütlich in Zeppelinen statt in Flugzeugen durch die Gegend und die Literatur hat einen vollkommen anderen Stellenwert als in unserer Gesellschaft. Es ist eine wirklich literaturversessene Welt, eine beliebte Abendunterhaltung besteht darin sich die wöchentliche "Hamlet"-Aufführung anzusehen, die Darsteller sind wechselnde Laienschauspieler aus dem Publikum, die inbrünstig die ohnehin bei jedermann auswendig abrufbaren Weltklassiker geben. Der eigentliche Clou ist jedoch das Bücherspringen. Sowohl die Romanfiguren als auch besonders talentierte "normale" Menschen, sind fähig sich in Bücher zu lesen und darin wie in einer ganz normalen Welt zu agieren. Wer sich ein wenig mit Literatur, und der englischsprachigen im Besondern, auskennt, wird seine helle Freude an dieser Romanserie haben. Fforde schafft es auf liebenswerte Weise berühmte und berüchtigte Protagonisten aus der Weltliteratur in seine Handlung zu integrieren und entlockt einem beim Lesen desöfteren amüsiertes Grinsen bis schallendes Gelächter.
Aber zum Battenberg: Das heitere pink-gelbe Schachbrettmuster wird in Großbritannien auf jedem Teetisch gerne gesehen, der Großteil der Briten scheint den Kuchen jedoch fertig fabrikproduziert zu erstehen. Die Herstellung ist allerdings wirklich auch für Anfänger geeignet. Aus dem gleichen Teig entstehen zwei verschieden gefärbte Kuchenplatten, diese werden etwas getrimmt und mit Aprikosenmarmelade im Schachbrettmuster zusammengepappt. Als Umhüllung dient Fondant oder Marzipan, ich habe mit 200g Marzipanrohmasse gute Ergebnisse erzielt, Ungeübte nehmen vielleicht etwas mehr. Aromatisieren kann man den Kuchen ganz nach Lust und Laune, wobei man den Marzipangeschmack der Umhüllung berücksichtigen sollte. Mein Battenberg mit Vanille und Amaretto / Bittermandel hat ganz wunderbar harmoniert. Kräftigeren Rumgeschmack könnte ich mir auch gut vorstellen, oder dezente Zitrusaromen. Ich habe verschiedene Rezepte recherchiert und mich schließlich für das von Cakespy entschieden. Schon allein wegen der hübschen Aquarelle. :) (Cakespy hat das Rezept wohl urspünglich von Bron Marshall. Die Seiten des BBC haben ein ähnliches Rezept, mit metrischen Angaben. Ich habe ja zum Glück meine neuen M-Cups. ;))
Das Service "Vegas" wurde mir freundlicherweise von endlichzuhause.de zu Testzwecken überlassen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir Porzellan im Netz zu bestellen. Dazu kenne ich unsere Paketboten (bzw. den generellen Umgang mit Paketen bei den diversen Zustelldiensten) zu gut, bzw. hatte schon dementsprechende Erfahrungen mit fallengelassenen Paketen. (Es waren "nur" Bücher.)
Entsprechend wenig verwundert war ich, als der Karton mit einer großen Macke ankam. Dem Inhalt ist dank Luftpolsterfolie nichts passiert, der war obendrauf in der Originalverpackung mit Wellpappe zwischen den einzelnen Artikeln. Leider haben einige Teller feine Kratzer, die scheinen jedoch noch aus der Produktion zu stammen. Naja, einem geschenkten Gaul und so... Selbst gekauft hätte ich mir das Service vermutlich auch nicht, mal abgesehen, dass ich es vorher irgendwo hätte begrabbeln wollen, um ein Gefühl für das Gewicht und die Qualität zu bekommen. Es ist zwar noch relativ schlicht, ich mag jedoch ganz klare Formen lieber (oder total verkitscht-verspielt, oder asiatisches Geschirr, oder wirklich modern..), das Dreieckige des Vegas von Ritzenhoff & Breker wirkt ein bisschen "gewollt modern". Und es hat das typische Problem eines Kaffeeservices.. Die Tassen fassen ca. 125 ml, ich bin 500 ml Teepötte gewöhnt. Aber wenigstens hab ich jetzt eins falls mal ein plötzliches Kaffeegesellschaftssturmkommando einfällt. ;)
Wer kennt das nicht? Man hat ein interessantes Rezept gefunden, kriegt aber eine Krise beim Blick auf die Mengenangaben. Alles in "Cups"! Zum Glück gibt es Seiten, die einem vorrechnen, wieviel cup Butter (!) soundsoviel Gramm sind. Bei fieseligeren Zutaten wird es schon schwieriger. Wenn jemand diese Zutaten aber noch nie abgewogen hat und dann ins Netz gestellt, wie Mandelstifte, Cornflakes oder weiß der Geier oder die Waage gerade beschlossen hat, dass Funktionsfähigkeit für Anfänger ist, dann ist man froh um diese formschönen, wenn auch leicht verkitschten Messbecher. Immerhin sind sie nicht bunt.
Ordentlich ineinander gestapelt fristen sie ihr Dasein auf dem Teedosenregal, bis sie schließlich freudestrahlend ihrem Zweck als Cupmaß für Leute mit Bedarf auf ordentliche Ingredienzienabwiegerei zugeführt werden. Die russischen Damenteile kommen in 1/4, 1/3, 1/2, 2/3, 3/4 und 1 Cup-Größe, reichen also für alle gängigen Un-Maße beim Backen und erleichtern den Umgang mit amerikanischen Rezepten für Leute mit Dyskalkulie ungemein.
Beim morgendlichen Feeds-Lesen bei den Kochbanausen habe ich diese Pide entdeckt, sofort Hunger drauf bekommen und Zutaten gecheckt. Was den Teig angeht habe ich mich an die Vorgaben gehalten, lediglich mit 500 g Mehl, wie beim Kuriositätenladen. Die Menge reicht für 8 Pide und sollte 4 Personen als Hauptgericht sättigen.
In einer ausgiebigen Faltanleitung werde ich mich nicht austoben, das haben die Kochbanausen und Steph prima erklärt. Meine Füllung ist auch leicht abgewandelt, ich hatte eine Schüssel voller frischer Tomaten, die verarbeitet werden wollte und so als Soße zum Einsatz kam. Außerdem kommt Zucchini und ein Käse nach Feta-Art in meine Füllung. Das Hackfleisch brate ich vor dem Mischen mit den anderen Zutaten mit orientalischen Gewürzen krümelig an, das gibt extra Röstaromen. ;)
Als Dip habe ich einen recht flüssigen Naturjoghurt mit kräftig Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und etwas Muskatnuss serviert, das hat wunderbar zu den Pide gepasst und imitiert die knoblauchfreie "Dönersoße".
Pide gibts bei uns in der Gegend bei türkischen Imbissen eher selten, Dauerbrenner sind Döner und Lahmacun. Um so appetitanregender die Vorstellung von nicht-fett-triefendem, knusprig-weichem Pide!
Evi zu Wenn ich groß bin ... Wed, 11.08.2010 08:49 Hehe, sehr gut! Ich bin dann
mal im Suq!
Ich dachte ja eher an ein
gemütliches Homeoffice mit
Internetversandhandel. [...]
Anne zu Wenn ich groß bin ... Tue, 10.08.2010 12:43 Gute Idee, ich mache mit! Ich
kann mir dich da auch richtig
vorstellen: [...]
Evi zu Wenn ich groß bin ... Sat, 07.08.2010 17:29 Naja, das Einzige, was du
brauchst, ist Stauraum. Bei
den Gewürzen, von denen ich
weiß, dass wir vor dem
Verfallsdatum [...]
Evi zu Wenn ich groß bin ... Sat, 07.08.2010 17:12 Ach, ich finde die
Gewinnspanne bei Koriander
vollkommen ausreichend. Wenn
ich mich anstrenge, bekomme
ich vielleicht [...]
Henri zu Wenn ich groß bin ... Sat, 07.08.2010 15:31 Na dann macht man sich drei
kleine Töpfchen fertig - für
jedes Jahr der Haltbarkeit
eins - und verschenkt den Rest
[...]
nesrin zu Wenn ich groß bin ... Sat, 07.08.2010 14:24 Interessant. Aber Problem
liegt daran, dass wir 1 kilo
Gewürz für eine Familie sehr
viele Menge. Grüsse...
Barbara zu Wenn ich groß bin ... Sat, 07.08.2010 13:07 Noch mehr verdienst Du mit
besonderen Gewürzen wie
Vanille oder Safran.
zorra zu Burgerbasteln Sat, 07.08.2010 12:34 Hunger!!!!
Evi zu Burgerbasteln Thu, 05.08.2010 08:36 (ist erlaubt. )
Evi zu Fāmiàn - Bao-Teig Grundrezept nach Andrea Nguyen Thu, 05.08.2010 08:35 Freut mich! Andrea Nguyen
hat auch ein neues Buch (auf
Englisch) über die
vietnamesische Küche
generell. Vielleicht [...]
Evi zu Burgerbasteln Thu, 05.08.2010 08:32 Hauptsache irgendwas
kräftiges. Mit diesen
Plastikkäsen kann ich nicht
so.
Sus zu Burgerbasteln Mon, 02.08.2010 22:33 Gerade eben über diesen
Beitrag gestolpert: Den Burger
nehm' ich! Jetzt!
Liebe Grüße, Sus
(noch klammheimlich den [...]
Kommentare
Fri, 13.08.2010 17:37
hallo der luis ist einfach super habe als kind imer gern dise Filme geschaut, aber heute auch noch.. wollte dich [...]
Fri, 13.08.2010 13:36
Grüß dich Evi! Hier ist die Abstimmung und der Round [...]
Wed, 11.08.2010 08:49
Hehe, sehr gut! Ich bin dann mal im Suq! Ich dachte ja eher an ein gemütliches Homeoffice mit Internetversandhandel. [...]
Tue, 10.08.2010 12:43
Gute Idee, ich mache mit! Ich kann mir dich da auch richtig vorstellen: [...]
Sat, 07.08.2010 17:30
So oder so ähnlich ist der Plan.
Sat, 07.08.2010 17:29
Naja, das Einzige, was du brauchst, ist Stauraum. Bei den Gewürzen, von denen ich weiß, dass wir vor dem Verfallsdatum [...]
Sat, 07.08.2010 17:12
Ach, ich finde die Gewinnspanne bei Koriander vollkommen ausreichend. Wenn ich mich anstrenge, bekomme ich vielleicht [...]
Sat, 07.08.2010 15:31
Na dann macht man sich drei kleine Töpfchen fertig - für jedes Jahr der Haltbarkeit eins - und verschenkt den Rest [...]
Sat, 07.08.2010 14:24
Interessant. Aber Problem liegt daran, dass wir 1 kilo Gewürz für eine Familie sehr viele Menge. Grüsse...
Sat, 07.08.2010 13:07
Noch mehr verdienst Du mit besonderen Gewürzen wie Vanille oder Safran.
Sat, 07.08.2010 12:34
Hunger!!!!
Thu, 05.08.2010 08:36
(ist erlaubt.
Thu, 05.08.2010 08:35
Freut mich!
Thu, 05.08.2010 08:32
Hauptsache irgendwas kräftiges. Mit diesen Plastikkäsen kann ich nicht so.
Mon, 02.08.2010 22:33
Gerade eben über diesen Beitrag gestolpert: Den Burger nehm' ich! Jetzt! Liebe Grüße, Sus (noch klammheimlich den [...]