Freitag, 18. Mai 2012
Reklame! Bist du Freiberuflerin oder auf dem Weg dorthin?
Falls ja, ist das hier vielleicht was für dich: Jana, die sich letztes Jahr selbständig gemacht hat, bietet (Fotografie-)Webinare für Kreative an, zusammen mit externen Dozenten und ihrer Geschäftspartnerin Susan. Vielleicht überlegst du dir schon länger dich selbstständig zu machen oder kannst etwas frischen Wind für deine schon länger bestehende Selbständigkeit gebrauchen? Klick dich doch einfach mal durch's Programm, vielleicht ist was dabei. Nächster Termin ist Webinar Juni 2012 – Creativity, Soul and Business for Women: Erfolgsfaktoren für freiberufliche Kreative, Fotografinnen und Künstlerinnen.
Ich kenne Jana jetzt schon seit 2010 und kann mich für ihr Organisationstalent und ihr gewissenhaftes Arbeiten verbürgen. Auch wenn das Webinar-Angebot nichts für dich ist, vielleicht gefallen dir ihre Fotos oder ihre Geschichten (nicht nur vom Terrorzwerg) in ihrem Blog.
Und wenn das dann immer noch nichts für dich war, weil du dich außer für Essen sonst eigentlich für nix interessierst, aber trotzdem brav weitergelesen hast, gibt's hier, vollkommen zusammenhanglos, ein Foto von drei Macarons (gekauft in Strassbourg) und den Krümeln von einem Vierten (hinten rechts, gelb, bereits verkrümelt). Quasi als Belohnung. Bitteschön! :)
Ich kenne Jana jetzt schon seit 2010 und kann mich für ihr Organisationstalent und ihr gewissenhaftes Arbeiten verbürgen. Auch wenn das Webinar-Angebot nichts für dich ist, vielleicht gefallen dir ihre Fotos oder ihre Geschichten (nicht nur vom Terrorzwerg) in ihrem Blog.
Und wenn das dann immer noch nichts für dich war, weil du dich außer für Essen sonst eigentlich für nix interessierst, aber trotzdem brav weitergelesen hast, gibt's hier, vollkommen zusammenhanglos, ein Foto von drei Macarons (gekauft in Strassbourg) und den Krümeln von einem Vierten (hinten rechts, gelb, bereits verkrümelt). Quasi als Belohnung. Bitteschön! :)

Geschrieben von Evi
in Mediales
um
09:08
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Tags für diesen Artikel: fotografie, reklame
Dienstag, 15. Mai 2012
Feierabendkyche: Nudeln mit Zitronensauce
Wer braucht sie nicht ab und an, diese 15-Minuten-Rezepte? Sobald die Nudeln fertig gekocht sind, kann das Essen schon auf dem Tisch stehen, die Töpfe vom Vortag (*hüstel*) kann man noch ganz bequem nebenbei spülen. Für Verweigerer tierischer Produkte kann man das Rezept ganz einfach abwandeln, Fleisch und/oder Käse weglassen, fertig. Laktosefrei und fruktosearm ist diese Nudelvariante sowieso. Statt Petersilie kommt frischer Salbei, kurz mit ins Öl geworfen, sicherlich auch gut, oder eine Schote Scharfes. Selbstverständlich passt ein Salätchen ganz wunderbar dazu.
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Geschrieben von Evi
in Kochen
um
16:18
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Tags für diesen Artikel: feierabendkyche, fruktosearm, kraeuter, laktosefrei, nudeln, parmesan, pasta, petersilie, schinken, speck, vegan, vegetarisch, zitrone
Freitag, 11. Mai 2012
Reispudding aus dem Ofen mit Karamell-Milch, nicht nur für Kranke
Milchreis bzw. Reispudding kennt man ja. Soweit so unspannend. Genial wird das aber mit der Methode hier, wobei der Pudding stundenlang im Ofen bei niedriger Temperatur vor sich hin simmert. Die Milch karamellisiert schön langsam und wird zu dem Besten, was Milchreis je hat passieren können.
An Aromagebern ist natürlich alles erlaubt was gefällt, ich habe eine milde Ceylon-Zimtstange verwendet, Vanille oder Zitrone kommt bestimmt auch gut. Für die orientalisch Veranlagten würde ich Kardamom, Sternanis oder Cassia-Zimt empfehlen. Oder eine Mischung daraus. Obendrauf kann man sich mit gehackten Nüssen oder getrockneten Früchten austoben. Je nach Krankheitsgradverträglichkeit. Man muss aber auch überhaupt nicht krank sein, um den Reispudding hier toll zu finden.
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Samstag, 21. April 2012
Satay mit Tonkabohne
Authentisch ist in diesem Rezept natürlich nix, dafür schmeckt das Zeuch hier einfach nur klasse, wenn man denn auf Tonkabohne steht. Sonst lässt man die Tonkabohne halt weg. Dann schmeckt's immer noch klasse.
Und ja, ich weiß, dass in Erdnuss-Soße nicht soviel Kokosmilch gehört, wie hier drin ist und gleich gar keine Currypaste, aber es ist Samstag Abend und ich hab keine Lust auf groß rumschnibbeln, Zutaten besorgen die ich grad nicht da hab und Gedanken machen und überhaupt Diskussionen. ;) Authentische vietnamesische Erdnuss-Soße gibts übrigens hier, dafür ist authentisch vietnamesisch nicht original für indonesisches Satay, aber wenn der generische Asiate Weißwürste brät, muss er damit leben, dass ich sein Essen auch verhunze. So. Mahlzeit, Shermin!
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Geschrieben von Evi
in Kochen
um
19:33
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Tags für diesen Artikel: asia, erdnuss, fischsauce, huhn, indonesien, ingwer, knoblauch, kokosmilch, satay, vietnam, zitronengras, zucchini
Sonntag, 15. April 2012
Und dann war da noch ein Schaf.
Ein Osterschaf um genau zu sein. Oder Lamm. Früher[tm] hat Tante Lydia immer für das Osterlamm in Kuchenform gesorgt, aus zitronigem Teig und mir ordentlichem Puderzuckerfell. Der Mitesser wünschte sich aber ein halb-schwarzes Schaf, so gab es Grosis Marmorkuchen. (Original-Rezept füllt ein Schaf und eine 25er Kastenform.)
Das Rezept ist zwar kein Neues, aber immer wieder bewerbenswert, backt Grosis Marmorkuchen! Ich hoffe, damit die Anforderungen zu Peters Schäfchenblogevent zu erfüllen. Dem Mitesser ist beim besten Willen kein Lamm aus Fleisch und Blut unterzujubeln, aber so ein Lammkuchen wird schon durchaus gern genommen.
Besonders zu beachten sind neben den Olivenölflaschenflecken auf dem Tisch bitte auch Mutterns Osterhasen-Kekse, die waren schön mürb und sehr zitronig, Rezept ist leider noch nicht erfragt.
Montag, 26. März 2012
Rotes Pesto in Feierabendgeschwindigkeit
Seit ich im Besitz einer Küchenmaschine mit allen Schikanen bin, vermixe ich alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Nachdem frische Kräuter im Moment noch nicht unter jeder Hecke wachsen, gibt's hier nochmal eine Winterpesto-Variante mit getrockneten Tomaten und Walnüssen. Leicht orientalisch gewürzt kommt das gar nicht so schlecht, ein paar Rosinen oder andere getrocknete Früchte kämen bestimmt auch nicht schlecht dazu. Das Öl im Pesto sparen wir uns, stattdessen werden die Nudeln in einer knappen Menge Wasser gekocht, die fast vollständig verdampft, zur Bindung wird eiskalte Butter eingerührt, zusammen mit dem Pesto wird das einfach grandios. Und ist so schnell gemacht, dass es nur noch für ein Handyfoto reicht. ;)
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Donnerstag, 22. März 2012
Erdbeer-Saison
Beim Lesen mancher Foodblogs in den letzten Tagen könnte man den Eindruck gewinnen, der Juni sei schon einmarschiert und hätte auf einheimischen Feldern Lastwagenladungen Erdbeeren aufgesammelt. Leider kommen die momentan im Handel erhältlichen Erdbeeren aber aus eher fraglicher Zucht, die Zeit hat das hier in einem schönen kleinen Häppchen aufgedröselt. Ich kann jeden verstehen, der sich gerade im März, wenn die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, nach einer großen Portion Sommer sehnt, aber müssen es denn wirklich die zwar hübsch aufgeplusterten aber vollkommen leer schmeckenden Vorsaison-Erdbeeren sein? (Von einer eventuellen Pestizid-Belastung will ich gar nicht anfangen.)
Nette Saisonkalender gibt es übrigens z.B. bei Greenpeace, der Verbraucherzentrale oder (sogar) bei Brigitte.
Wer mag ist übrigens herzlich eingeladen, sich das Erdbeerbanner mitzunehmen. Weitergabe zu nicht kommerziellen Zwecken ausdrücklich gestattet.
Nachtrag: Die Erdbeere steht selbstverständlich nur stellvertretend und eben als prominentes Beispiel für alles Obst und Gemüse, das saisonal fehl am Platz ist. Wann du was kaufst und isst liegt natürlich allein in deinem Ermessen. Manchmal geht's halt nicht anders, man hat Heißhunger auf irgendwas, verträgt etwas nicht und ist sowieso schon eingeschränkt, etc. Wir sind ja schließlich Genießer, keine Dogmatiker; ihr wisst schon, das mit dem ersten Stein und so. Schön wäre es aber doch, wenn das allgemeine Bewusstsein für regionale und saisonale Zutaten ein wenig gestärkt werden könnte.
Geschrieben von Evi
in Mahlzeit!
um
09:20
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Tags für diesen Artikel: erdbeeren, saisonkalender
Mittwoch, 29. Februar 2012
Putenbraten aus dem Römertopf
Ja, da war doch noch was. Extra für Zorra habe ich meinen schon etwas lädierten Tonbräter aus dem Schrank gepfriemelt und einen kleinen 2-Mann-Putenbraten darin fabriziert. Eigentlich sollte er wesentlich fancier werden, mit karamelliger BBQ-Kruste und Gedöns, aber wie das manchmal so ist im Leben blieb er ganz blass, musste mit einem vorher-Marinadebad vorlieb nehmen war dann trotzdem durchaus genießbar. Das ist ja überhaupt das Tolle am Römertopf: Man kann fast nix verkehrt machen. Das Fleisch bleibt irre saftig, nimmt die Gewürze schön an und die Soße fabriziert sich auch von selbst. Gerade fettarme Fleischstücke sind als normaler Braten ja ziemlich kritisch, im Römertopf hingegen deppensicher. Und eben auch für jene actionreichen Tage, wenn der Braten mal eine halbe Stunde länger im Rohr bleibt und dann am besten auch noch aus Nix eine Soße entstehen muss. [Geplante, aber nicht durchgeführte Arbeitsschritte in eckigen Klammern.]
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Sonntag, 26. Februar 2012
Polnisch-fränkische Krapfenkooperation (Paczki und Ausgezogene)
Seit 11:11 Uhr wird jetzt zurückgekreppelt! *hust* Okay, es war eher 16:30.
Wir haben zwar eigentlich mit Faschingstraditionen nichts am Hut, aber polnischen Traditionen ist unbedingt Folge zu leisten. Zumindest, wenn rigide Polinnen mit verlockenden Traditionsverpflichtungen à la Krapfenessen drohen. Es folgt ein Telefongespräch, das sich so oder so ähnlich am Donnerstagnachmittag vor Fasching hätte zutragen können:
"Du, heute ist Fetter Donnerstag. Ich komme nachher zu dir und dann essen wir Krapfen! Das bringt Glück!"
"Wie, was, Fetter Donnerstag? Das heißt Mardi Gras oder Pancake Day und ist ein Dienstag!"
"Ne, nicht in Polen!"
"Ihr mit euren Extrawürsten ... "
"Hast du Zeit?"
"Ne, eigentlich nicht. Aber wie wär's mit Dienstag? Ob das jetzt ein Donnerstag oder ein Dienstag ist, wird dem Schmalzgebäckkram wohl wurscht sein. Und dann backen wir mal polnische Krapfen, weil dir die Deutschen ja nicht reichhaltig genug sind." (Reichhaltig. Hm. Vielleicht habe ich auch "fettig" gesagt.)
"Oooh jaaa!"
Also, Polnische Krapfen sollten es sein. Glücklicherweise hat mir besagte polnische Freundin zum Geburtstag ein polnisches Kochbuch geschenkt, so dass ein echtes Paczki-Rezept bei der Hand war. Ich vermute noch immer einen gewissen Eigennutz in der Geschenkeauswahl. Oder ich habe sie mit Sauerteiggläserschnüffeln und Fragen zum richtigen Aroma eines Roggensauers zum Zurek-Bau einmal zu oft genervt. Überhaupt haben wir regelmäßig ausufernde Diskussionen über polnische und deutsche Essensgewohnheiten, die mir bereits wertvolle Einblicke in die polnische Art des Küchendenkens gewährt haben.
Exkurs: Polnische Mehlspeisen und wie sie richtig anzurichten sind.
1. Polnische Mehlspeisen sind auch nur Varianten von russischen Mehlspeisen oder tschechischen Mehlspeisen oder österreichischen Mehlspeisen oder süddeutschen Mehlspeisen. Kennste eine, kennste alle. Oder so ähnlich.
2. Von russischen Pierogen hat in Russland noch nie jemand was gehört. Sie schmecken trotzdem klasse, wenn du sie in Polen oder von einem Polen serviert bekommst.
3. Ist die Mehlspeise herzhaft, so ist sie auf jeden Fall mit einem oder mehreren der folgenden Zutaten gefüllt oder angerichtet: Rote Bete, Kraut, Pilze, Quark, Kartoffeln, Schmand, Butter.
4. Ist die Mehlspeise süß, so ist sie auf jeden Fall mit einem oder mehreren der folgenden Zutaten gefüllt oder angerichtet: Quark, Kartoffeln, Schmand, Butter, Zucker.
5. Egal was in der Mehlspeise sonst noch so ist, Schmand, Butter (und extra Zucker obendrauf, falls 4. zutrifft) werden sie schmackhafter machen. Auch die Kombination aus diesen drei Zutaten sollte nicht unterschätzt werden.
6. Falls du nicht sicher bist, ob du eine ordentliche polnische Mehlspeise (siehe 1.) vor dir hast, garniere sie zur Sicherheit noch mit Schmand und / oder Butter und / oder Zucker (falls 4. zutrifft). Sind deine Zweifel groß, nimm alles drei. Tadaaa, erfolgreiche Polonisation!
7. Nach einer ausgedehnten Phase voller polnischer Mehlspeisen: Erwarte mit Ungeduld die Fastenzeit um deinen Hüften etwas Regeneration zu gönnen.
Also, ähm, Krapfen. Bereits bei der ersten Lektüre des Krapfenrezepte war ich anständig beeindruckt von den Mengen Butter und Eiern, die der Kochbuchautor da im Teig versenkt. Ich hör den Briocheteig schon aus dem Bereich "unveröffentlichte Artikel" der Blog-Administrationsoberfläche über seine unnötig schlanke Linie wimmern. Aber, meine Herrn(*), die Krapfen sind auch sowas von genial geworden.
Nachdem wir uns darüber im klaren waren, dass das, was in Polen unter Rosenmarmelade firmiert, auch nur Hiffenmark ist (und keine chichi-Rosenblütenblättermarmelade) stand der Frittieraktion nichts mehr im Wege. Ihr kennt diese leicht trockenen Krapfen vom späten Nachmittag, bei denen man sich über die schlotzige Füllung freut, weil man irgendwas braucht, um den Hefeteig runterzukriegen? Das war dann jedenfalls mal kein polnischer Krapfen. Der Teig ist wirklich herrlich weich und flauschig, die Marmelade ist mehr i-Tüpfelchen als Gleitmittel und überhaupt könnte ich von den Teilchen direkt fünf Stück verdrücken. ("Hm, so klein hast du die gemacht? Polnische Krapfen sind viel größer!" "Wart doch mal ab, die gehn ja noch auf!" - "Trotzdem!") Sie sind wirklich ganz anders als deutsche Krapfen / Kreppel / Berliner und haben absolut ihre Daseinsberechtigung als Spezialkrapfenalternative (nicht nur) für den Fetten Donnerstag. Gibt es nächstes Jahr sowas von wieder!
Oben im Bild ist übrigens noch eine urfränkische Krapfenvariante, die Ausgezogenen oder Knieküchle, die einen dickeren Rand und eine dünnere, helle Mitte haben. Funktioniert auch wunderbar mit dem polnischen Teig. Für Marmeladennichtmöger /-nichtessenkönner.
Und weil das hier nicht nur ein Beitrag für Barbaras Spielwiesen-Faschingsrezeptesammlung sondern auch das Jubiläums-Sonntagssüß ist, kann ich bestätigen, dass die Paczki auch in der Fastenzeit aus dem Tiefkühler und kurz aufgeflufft in der Mikrowelle eine ganz wunderbare Kaffeebegleitung sind. Oder Wodkaunterlage, je nach Vorliebe.
(*) fränkische Interjektion, die äußerste Bewunderung ausdrückt
Wir haben zwar eigentlich mit Faschingstraditionen nichts am Hut, aber polnischen Traditionen ist unbedingt Folge zu leisten. Zumindest, wenn rigide Polinnen mit verlockenden Traditionsverpflichtungen à la Krapfenessen drohen. Es folgt ein Telefongespräch, das sich so oder so ähnlich am Donnerstagnachmittag vor Fasching hätte zutragen können:
"Du, heute ist Fetter Donnerstag. Ich komme nachher zu dir und dann essen wir Krapfen! Das bringt Glück!"
"Wie, was, Fetter Donnerstag? Das heißt Mardi Gras oder Pancake Day und ist ein Dienstag!"
"Ne, nicht in Polen!"
"Ihr mit euren Extrawürsten ... "
"Hast du Zeit?"
"Ne, eigentlich nicht. Aber wie wär's mit Dienstag? Ob das jetzt ein Donnerstag oder ein Dienstag ist, wird dem Schmalzgebäckkram wohl wurscht sein. Und dann backen wir mal polnische Krapfen, weil dir die Deutschen ja nicht reichhaltig genug sind." (Reichhaltig. Hm. Vielleicht habe ich auch "fettig" gesagt.)
"Oooh jaaa!"
Also, Polnische Krapfen sollten es sein. Glücklicherweise hat mir besagte polnische Freundin zum Geburtstag ein polnisches Kochbuch geschenkt, so dass ein echtes Paczki-Rezept bei der Hand war. Ich vermute noch immer einen gewissen Eigennutz in der Geschenkeauswahl. Oder ich habe sie mit Sauerteiggläserschnüffeln und Fragen zum richtigen Aroma eines Roggensauers zum Zurek-Bau einmal zu oft genervt. Überhaupt haben wir regelmäßig ausufernde Diskussionen über polnische und deutsche Essensgewohnheiten, die mir bereits wertvolle Einblicke in die polnische Art des Küchendenkens gewährt haben.
Exkurs: Polnische Mehlspeisen und wie sie richtig anzurichten sind.
1. Polnische Mehlspeisen sind auch nur Varianten von russischen Mehlspeisen oder tschechischen Mehlspeisen oder österreichischen Mehlspeisen oder süddeutschen Mehlspeisen. Kennste eine, kennste alle. Oder so ähnlich.
2. Von russischen Pierogen hat in Russland noch nie jemand was gehört. Sie schmecken trotzdem klasse, wenn du sie in Polen oder von einem Polen serviert bekommst.
3. Ist die Mehlspeise herzhaft, so ist sie auf jeden Fall mit einem oder mehreren der folgenden Zutaten gefüllt oder angerichtet: Rote Bete, Kraut, Pilze, Quark, Kartoffeln, Schmand, Butter.
4. Ist die Mehlspeise süß, so ist sie auf jeden Fall mit einem oder mehreren der folgenden Zutaten gefüllt oder angerichtet: Quark, Kartoffeln, Schmand, Butter, Zucker.
5. Egal was in der Mehlspeise sonst noch so ist, Schmand, Butter (und extra Zucker obendrauf, falls 4. zutrifft) werden sie schmackhafter machen. Auch die Kombination aus diesen drei Zutaten sollte nicht unterschätzt werden.
6. Falls du nicht sicher bist, ob du eine ordentliche polnische Mehlspeise (siehe 1.) vor dir hast, garniere sie zur Sicherheit noch mit Schmand und / oder Butter und / oder Zucker (falls 4. zutrifft). Sind deine Zweifel groß, nimm alles drei. Tadaaa, erfolgreiche Polonisation!
7. Nach einer ausgedehnten Phase voller polnischer Mehlspeisen: Erwarte mit Ungeduld die Fastenzeit um deinen Hüften etwas Regeneration zu gönnen.
Also, ähm, Krapfen. Bereits bei der ersten Lektüre des Krapfenrezepte war ich anständig beeindruckt von den Mengen Butter und Eiern, die der Kochbuchautor da im Teig versenkt. Ich hör den Briocheteig schon aus dem Bereich "unveröffentlichte Artikel" der Blog-Administrationsoberfläche über seine unnötig schlanke Linie wimmern. Aber, meine Herrn(*), die Krapfen sind auch sowas von genial geworden.
Nachdem wir uns darüber im klaren waren, dass das, was in Polen unter Rosenmarmelade firmiert, auch nur Hiffenmark ist (und keine chichi-Rosenblütenblättermarmelade) stand der Frittieraktion nichts mehr im Wege. Ihr kennt diese leicht trockenen Krapfen vom späten Nachmittag, bei denen man sich über die schlotzige Füllung freut, weil man irgendwas braucht, um den Hefeteig runterzukriegen? Das war dann jedenfalls mal kein polnischer Krapfen. Der Teig ist wirklich herrlich weich und flauschig, die Marmelade ist mehr i-Tüpfelchen als Gleitmittel und überhaupt könnte ich von den Teilchen direkt fünf Stück verdrücken. ("Hm, so klein hast du die gemacht? Polnische Krapfen sind viel größer!" "Wart doch mal ab, die gehn ja noch auf!" - "Trotzdem!") Sie sind wirklich ganz anders als deutsche Krapfen / Kreppel / Berliner und haben absolut ihre Daseinsberechtigung als Spezialkrapfenalternative (nicht nur) für den Fetten Donnerstag. Gibt es nächstes Jahr sowas von wieder!
Oben im Bild ist übrigens noch eine urfränkische Krapfenvariante, die Ausgezogenen oder Knieküchle, die einen dickeren Rand und eine dünnere, helle Mitte haben. Funktioniert auch wunderbar mit dem polnischen Teig. Für Marmeladennichtmöger /-nichtessenkönner.
Und weil das hier nicht nur ein Beitrag für Barbaras Spielwiesen-Faschingsrezeptesammlung sondern auch das Jubiläums-Sonntagssüß ist, kann ich bestätigen, dass die Paczki auch in der Fastenzeit aus dem Tiefkühler und kurz aufgeflufft in der Mikrowelle eine ganz wunderbare Kaffeebegleitung sind. Oder Wodkaunterlage, je nach Vorliebe.
(*) fränkische Interjektion, die äußerste Bewunderung ausdrückt
"Polnisch-fränkische Krapfenkooperation (Paczki und Ausgezogene)" vollständig lesen / zum Rezept...
Geschrieben von Evi
in Kochen
um
08:55
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Tags für diesen Artikel: backen, franken, frittieren, hefe, krapfen kreppel berliner, paczki, polen, schmalzgebaeck
Sonntag, 19. Februar 2012
Ungarische Kakaoschnecken mit Matcha (Japanischer Grüntee)
Nachdem das Original der ungarischen Kakaoschnecken à la Anikó gemeistert ist, werde ich übermütig und kippe meine grüne Lieblingsdroge in den Teig: Matchapulver.
War eine grandiose Idee. Stückweise eingefroren hat man zum Sonntagnachmittags-(Grippe)-Süß immer eine grüne Dosis Hefefluffi zu seinem heißen Tee. Wer genauso süchtig nach dem grünen Gold ist und noch mehr Matcha-Kram sucht: Hamwer! Und wem das grüne Zeug wurscht ist, der soll doch bitte zumindest die normalen Kakaoschnecken backen. Wirklich!
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